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Dialogpost Identcode: Sendungsverfolgung für Ihre Mailings

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Dialogpost-Sendung mit Identcode-Strichcode und Tracking-Übersicht für die Sendungsverfolgung

Ein Dialogpost-Mailing fühlt sich oft an wie ein Brief in eine Blackbox. Sie liefern 12.000 Sendungen beim Briefzentrum ein, erhalten eine Einlieferungsbestätigung, und danach herrscht Funkstille. Wann die Werbesendungen tatsächlich in den Briefkästen liegen, ob die Zustellung gleichmäßig verläuft oder sich um Tage verschiebt, bleibt unsichtbar. Genau hier setzt der Identcode an.

Der Identcode ist die zwölfstellige Sendungsnummer, mit der die Deutsche Post jede einzelne Sendung identifizieren kann. In Kombination mit dem Dialogpost-Tracking macht er aus der Blackbox eine nachvollziehbare Lieferkette: Sie sehen, wann welcher Anteil Ihrer Auflage zugestellt wurde, und können Telefonaktionen, Online-Kampagnen oder Folgemailings exakt darauf abstimmen.

Dieser Artikel erklärt, was der Identcode genau ist, wie er sich vom Leitcode unterscheidet, wie die Sendungsverfolgung bei Dialogpost funktioniert und welche Daten Sie realistisch erwarten dürfen. Außerdem: was das Tracking kostet und wo seine Grenzen liegen.

Was ist der Dialogpost Identcode?

Der Identcode (auch Identifikationscode oder Sendungs-ID) ist eine eindeutige Nummer, die genau eine physische Sendung kennzeichnet. Während der Inhalt zweier Werbebriefe identisch sein kann, trägt jede Sendung ihren eigenen Identcode, vergleichbar mit der Fahrgestellnummer eines Autos.

Die Deutsche Post vergibt dafür Nummernkreise an ihre Geschäftskunden. Aus diesem Kreis zieht das Versandsystem oder der Lettershop für jede Sendung einer Auflage eine fortlaufende Nummer. Der Code wird sowohl als Klartextziffern als auch als maschinenlesbarer Strichcode oder DataMatrix-Code auf die Sendung gedruckt, in der Regel im Adressfeld oder direkt darunter.

So lässt sich der zwölfstellige Identcode schematisch lesen:

  Identcode:  21 9 044711 000884 2
              │  │ │      │      │
              │  │ │      │      └─ Prüfziffer
              │  │ │      └──────── fortlaufende Sendungsnummer der Auflage
              │  │ └─────────────── Abrechnungs-/Kundennummer
              │  └───────────────── Produktkennung
              └──────────────────── Nummernkreis der Deutschen Post

Entscheidend ist nicht die genaue Ziffernfolge, sondern das Prinzip: Jede Sendung Ihrer Kampagne ist eindeutig. Scannt ein Sortierzentrum den Code, weiß das System, dass genau diese eine Sendung aus genau Ihrer Auflage einen bestimmten Bearbeitungsschritt erreicht hat. Erst diese Eindeutigkeit macht eine Sendungsverfolgung überhaupt möglich.

Identcode, Leitcode und Matrixcode: drei Codes auf einer Sendung

Auf einer professionell aufbereiteten Dialogpost-Sendung finden sich oft mehrere Codes nebeneinander. Sie werden leicht verwechselt, haben aber unterschiedliche Aufgaben:

CodeZweckInhaltWofür gebraucht
LeitcodeSteuert Sortierung und ZustellroutePLZ, Straße, Hausnummer, verschlüsseltDie Post sortiert die Sendung
IdentcodeIdentifiziert die einzelne SendungEindeutige SendungsnummerTracking und Sendungsverfolgung
DataMatrix-CodeMaschinenlesbarer TrägerKann Leit- und Identcode kombiniert enthaltenScanner in den Briefzentren

Kurz gesagt: Der Leitcode beantwortet die Frage "Wohin?", der Identcode die Frage "Welche Sendung?". Für die Sendungsverfolgung zählt allein der Identcode, denn nur er macht eine Sendung wiedererkennbar. Der Leitcode dagegen ist die Voraussetzung dafür, dass die Sendung überhaupt zügig durch die Sortierung läuft, und er entsteht nur aus einer korrekt erfassten Adresse.

Wie die Dialogpost-Sendungsverfolgung funktioniert

Das Tracking ist bei der Dialogpost kein automatischer Standard, sondern eine buchbare Zusatzleistung. Wer sie nutzen will, vereinbart sie vor dem Versand und sorgt dafür, dass jede Sendung den Identcode trägt. Den eigentlichen Ablauf übernehmen die Verarbeitungssysteme der Post:

  1. Codierung: Beim Druck erhält jede Sendung ihren individuellen Identcode als DataMatrix-Code.
  2. Einlieferung: Die Auflage geht mit einer Einlieferungsliste ins Briefzentrum, in der alle Identcodes der Kampagne hinterlegt sind.
  3. Scan-Punkte: An mehreren Stationen der Verarbeitung werden die Codes maschinell erfasst, etwa beim Eingang und bei der Sortierung in die Zustellbezirke.
  4. Auswertung: Die Scans laufen in ein Tracking-Portal, das den Zustellfortschritt der gesamten Auflage anzeigt.

Sie verfolgen also nicht jede einzelne Sendung wie ein Paket vor die Haustür, sondern sehen, wie sich Ihre Auflage als Ganzes durch das Netz bewegt. Das Ergebnis ist eine Fortschrittskurve über mehrere Tage.

Was die Sendungsverfolgung zeigt, und was nicht

Hier liegt das größte Missverständnis. Dialogpost-Tracking liefert einen statistischen Zustellfortschritt, keine Einzelzustellnachweise. Ein typischer Verlaufsbericht sieht so aus:

Kampagne:   Frühjahrsmailing 2026
Auflage:    12.000 Sendungen, eingeliefert 04.05.2026

Datum        Status                          kumuliert
05.05.2026   im Zustellprozess                 2.160   (18 %)
06.05.2026   im Zustellprozess                 7.680   (64 %)
07.05.2026   zugestellt (geschätzt)           11.400   (95 %)
08.05.2026   zugestellt (geschätzt)           11.880   (99 %)

Daraus lesen Sie ab, dass der Großteil Ihrer Sendungen am zweiten und dritten Tag nach Einlieferung in den Briefkästen lag. Was die Sendungsverfolgung nicht leistet:

Für die Steuerung einer Kampagne ist der statistische Fortschritt trotzdem wertvoll, weil er die entscheidende Frage beantwortet: An welchem Tag erreicht Ihre Botschaft die Mehrheit der Empfänger?

Wozu der Identcode im Marketing wirklich nützt

Die Sendungsverfolgung ist kein Selbstzweck. Drei konkrete Anwendungsfälle rechtfertigen den Aufwand:

Telefon- und Außendienstaktionen richtig timen

Wer im Anschluss an ein Mailing telefonisch nachfasst, sollte das tun, wenn der Brief gelesen wurde, nicht vorher. Ruft das Callcenter zwei Tage zu früh an, treffen die Anrufer auf Empfänger, die das Schreiben noch gar nicht kennen. Das Gespräch beginnt ohne Kontext und die Abschlussquote sinkt spürbar.

Mailing: 12.000 Sendungen, Telefon-Nachfass für 1.500 Top-Kunden

Nachfass startet Tag 1 (zu früh):
  Zustellquote am Tag 1: 18 %
  → rund 1.230 von 1.500 Angerufenen kennen den Brief noch nicht

Nachfass startet Tag 3 (Tracking-gestützt):
  Zustellquote am Tag 3: 95 %
  → nur rund 75 Angerufene kennen den Brief noch nicht

Der Identcode verschiebt die Telefonaktion vom Rätselraten zur datenbasierten Entscheidung.

Online-Kampagnen mit dem Briefkasten synchronisieren

Crossmediale Kampagnen wirken am stärksten, wenn das physische Mailing und die digitale Ansprache zeitlich zusammenfallen. Wer Suchanzeigen oder Retargeting genau in dem Fenster schaltet, in dem die Sendungen zugestellt werden, erhöht die Wiedererkennung. Ohne Tracking schätzt man dieses Fenster, mit Identcode kennt man es.

Response sauber zuordnen

Steigen Bestellungen oder Anfragen ab Tag 2 nach Einlieferung deutlich, lässt sich dieser Anstieg dem Mailing zurechnen, weil der Zustellpeak bekannt ist. Ohne diesen Bezugspunkt bleibt die Erfolgsmessung Interpretation.

Was die Dialogpost-Sendungsverfolgung kostet

Das Tracking ist eine kostenpflichtige Zusatzleistung. Verbindliche Preise nennt Ihre Geschäftskundenbetreuung der Deutschen Post, da sie von Auflage, Format und Vertrag abhängen. Als Orientierung dienen folgende Richtwerte:

PositionRichtwert
Einrichtung des Trackings pro Kampagne0 bis rund 50 EUR
Aufpreis pro Sendungrund 0,5 bis 1,5 Cent
Zugang zum Tracking-Portal und Reportingmeist inklusive
Druck des DataMatrix-Codesim Lettershop-Preis enthalten

Für eine typische Kampagne ergibt das eine überschaubare Größenordnung:

Auflage: 12.000 Sendungen
Aufpreis Tracking: 12.000 × 1,0 Cent = 120 EUR
Einrichtung: 30 EUR
Tracking-Kosten gesamt: rund 150 EUR pro Kampagne

Ob sich diese 150 EUR lohnen, hängt davon ab, ob Sie die Daten nutzen. Verschiebt das Tracking eine Telefon-Nachfassaktion von 1.500 Kunden um zwei Tage nach hinten und steigt dadurch die Abschlussquote auch nur um einen Prozentpunkt, sind das 15 zusätzliche Abschlüsse. Bei einem Deckungsbeitrag von 40 EUR pro Abschluss stehen 600 EUR Mehrertrag gegen 150 EUR Trackingkosten. Wer die Sendungsverfolgung dagegen bucht und die Berichte nie öffnet, zahlt Aufpreis für nichts.

Voraussetzung für aussagekräftiges Tracking: saubere Adressdaten

Der Identcode verfolgt zuverlässig die physische Sendung. Aber er sagt nichts darüber aus, ob diese Sendung überhaupt hätte gedruckt werden sollen. Genau hier entscheidet sich, ob Ihr Tracking belastbare Zahlen liefert oder eine geschönte Statistik.

Dubletten verfälschen den Zustellfortschritt. Steckt in Ihrer Liste derselbe Empfänger doppelt, trägt jede der beiden Sendungen einen eigenen Identcode. Das Tracking meldet beide brav als "zugestellt", obwohl eine davon überflüssiges Porto war. Ihr schöner 99-Prozent-Wert enthält dann Sendungen, die nie hätten existieren dürfen.

Unzustellbare Adressen bleiben im Tracking unsichtbar. Eine Sendung an eine veraltete Adresse durchläuft die Scan-Punkte normal und erscheint als "im Zustellprozess". Dass sie am Ende als Rücklläufer zurückkommt, zeigt das Standard-Tracking nicht. Ihr Zustellfortschritt sieht besser aus, als die Realität ist.

Ohne korrekte Adresse kein Leitcode. Damit eine Sendung zügig sortiert wird, muss aus der Adresse ein gültiger Leitcode erzeugbar sein. Adressen mit Tippfehlern, fehlender Hausnummer oder uneinheitlicher Schreibweise ("Str." gegen "Straße") fallen aus der maschinellen Sortierung und verzögern die gesamte Auflage.

Die Konsequenz: Bevor Sie Tracking buchen, sollte die Empfängerliste bereinigt sein. Dazu gehören das Entfernen von Dubletten, die Vereinheitlichung der Schreibweisen und die Zusammenfassung von Adressen, an denen mehrere Personen desselben Haushalts stehen. Genau das leistet ListenFix: Die Software erkennt mit Fuzzy-Matching auch unscharfe Duplikate wie "Müller, Hans" und "Mueller Hans" und vereinheitlicht Adressformate, bevor die Daten in den Druck gehen. Wie sich das auf das Porto-Budget auswirkt, zeigt der Artikel zu den Dialogpost Kosten; welche formalen Anforderungen die Post sonst noch stellt, fasst der Beitrag zu den Dialogpost Voraussetzungen zusammen. Eine bereinigte Liste kostet bei ListenFix ab 69 EUR einmalig, die Preise im Detail stehen auf der Preisseite.

So holen Sie das Meiste aus dem Identcode heraus

Der Identcode allein ist nur eine Nummer. Sein Wert entsteht aus der Kombination dreier Schritte.

Erstens: Daten zuerst, Tracking danach. Bereinigen Sie die Empfängerliste, bevor Sie die Auflage in den Druck geben. Tracking auf einer ungepflegten Liste misst eine Realität, die Sie nicht haben wollen.

Zweitens: das Zustellfenster aktiv nutzen. Buchen Sie die Sendungsverfolgung nur, wenn eine konkrete Folgeaktion daran hängt, etwa ein Telefon-Nachfass, eine Online-Kampagne oder ein zweites Mailing. Ohne Anschlusshandlung ist der Aufpreis verschenkt.

Drittens: die Berichte auswerten und festhalten. Notieren Sie sich nach jeder Kampagne, an welchem Tag der Zustellpeak lag. Über mehrere Mailings entsteht ein verlässliches Muster, mit dem Sie künftige Aktionen planen können, ohne jedes Mal neu zu raten.

Die Sendungsverfolgung verwandelt das Dialogpost-Mailing von einem Brief in die Blackbox in einen messbaren Prozess. Die Technik dafür liefert die Deutsche Post mit dem Identcode. Ob am Ende belastbare Zahlen herauskommen, entscheidet jedoch die Qualität der Adressdaten, die Sie hineingeben.

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