Infopost vs. Dialogpost: Welche Versandart passt zu Ihrem Mailing?

Wer heute nach „Infopost" sucht, findet auf den Seiten der Deutschen Post vor allem einen Hinweis: „Das Produkt wurde zum 01.01.2020 durch die Dialogpost abgelöst." Trotzdem hält sich der Begriff hartnäckig – in Agenturgesprächen, in älteren Lehrmaterialien und in vielen internen Prozessen. Für Marketingverantwortliche führt das zu echten Missverständnissen: Ist „Infopost" heute noch ein eigenes Produkt? Gelten alte Tarife weiter? Oder handelt es sich schlicht um denselben Versandweg unter neuem Namen?
Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches „wurde umbenannt". Mit dem Produktwechsel hat die Post die Anforderungen an Adressierung, Mindestmengen und Format neu geordnet. Dieser Artikel zeigt, was sich tatsächlich verändert hat, wann der alte Begriff „Infopost" noch für etwas anderes steht (Stichwort: unadressierte Werbung) und welche Versandart für Ihr Mailing die richtige Wahl ist.
Was ist Infopost eigentlich – und in welcher Bedeutung?
Der Begriff „Infopost" hat eine doppelte Geschichte. Bis Ende 2019 war die Infopost das zentrale Produkt der Deutschen Post für adressierte Werbesendungen ab 50 Stück. Seit dem 1. Januar 2020 heißt dieses Produkt „Dialogpost". Die alte Bezeichnung ist aus den offiziellen Preislisten verschwunden.
Parallel nutzen viele Agenturen und Druckdienstleister den Begriff „Infopost" aber auch für einen anderen Versandweg: die unadressierte Haushaltswerbung, also Flyer und Prospekte, die an alle Briefkästen in einem Zustellbezirk verteilt werden. Das offizielle Produkt der Post dafür heißt „Postwurfspezial" oder „Postaktuell". Wer in einem Angebot „Infopost" liest, muss also zuerst klären: Ist eine adressierte oder eine unadressierte Sendung gemeint?
Für diesen Artikel fokussieren wir uns auf den häufigeren Fall: die Verwechslung zwischen Infopost (alter Name) und Dialogpost (aktueller Name) im adressierten Werbeversand.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Infopost (alt) und Dialogpost
Wer Unterlagen aus 2018 oder 2019 neben aktuelle Preisblätter legt, erkennt die Unterschiede schnell. Die folgende Tabelle fasst zusammen, was sich beim Produktwechsel verändert hat:
| Merkmal | Infopost (bis 2019) | Dialogpost (ab 2020) |
|---|---|---|
| Mindestmenge Standard | 4.000 Sendungen | 1.000 Sendungen |
| Mindestmenge Großbrief | 2.000 Sendungen | 500 Sendungen |
| Porto Standard bis 20 g | 0,28 EUR | 0,28 EUR (netto) |
| Personalisierung | eingeschränkt zulässig | vollständig erlaubt |
| Bonus-Programme | Teilleistungsrabatt | Dialogpost-Bonus, Selektionsrabatt |
| Adressvorgaben | PLZ-Prüfung empfohlen | PLZ-Prüfung zwingend für DV-Freimachung |
| Pflichtkennzeichnung | „Infopost" als Textzusatz | „Dialogpost" + DataMatrix-Code |
Zwei Punkte fallen besonders auf. Erstens: Die Mindestmengen sind deutlich gesunken. Wer früher mit einer 2.500er-Auflage in den Großbrief-Tarif rutschte, bleibt heute bereits ab 500 Sendungen im Dialogpost-Tarif. Zweitens: Die Post erlaubt inzwischen vollständige Personalisierung. Sie dürfen also Kundennamen, individuelle Angebote oder Coupon-Codes im Fließtext verwenden – was früher streng begrenzt war und bei Verstößen zur Umstufung in den Standardbrief führen konnte.
Porto-Vergleich: Was hat sich preislich verändert?
Der Blick auf die nackten Porto-Tabellen 2020 vs. 2026 zeigt: Die Tarife sind moderat gestiegen, aber die Struktur ist geblieben. Nach unten gedrückt wurden die Kosten vor allem durch zwei Hebel, die es so bei der alten Infopost nicht gab.
Dialogpost-Bonus (bis zu 0,04 EUR pro Sendung)
Wer über ein Sachmerkmal personalisiert (z. B. Produktempfehlung auf Basis Kaufhistorie), erhält einen Bonus von 4 Cent pro Sendung. Bei 20.000 Sendungen sind das 800 EUR Rabatt. Die Infopost kannte dieses Instrument nicht.
Selektionsrabatt
Sendungen, die nach Postleitzahl vorsortiert angeliefert werden, erhalten einen weiteren Nachlass. Voraussetzung ist eine saubere Adressliste mit korrekten PLZ – genau hier scheitern viele Mailings bereits in der Vorbereitung.
Rechenbeispiel: 15.000er Kampagne
Kampagne: 15.000 Standardsendungen bis 20 g
Infopost 2019 (Bestpreis):
Porto: 15.000 × 0,25 EUR = 3.750,00 EUR
Keine Boni: 0,00 EUR
Gesamt netto: 3.750,00 EUR
Dialogpost 2026 (mit Bonus):
Porto: 15.000 × 0,28 EUR = 4.200,00 EUR
Dialogpost-Bonus: -15.000 × 0,04 EUR = -600,00 EUR
Selektionsrabatt: -15.000 × 0,01 EUR = -150,00 EUR
Gesamt netto: 3.450,00 EUR
Trotz höherem Listenpreis liegt die moderne Dialogpost bei einer gut vorbereiteten Kampagne effektiv unter dem Infopost-Preis von 2019 – wenn die Voraussetzungen für Boni erfüllt sind.
Infopost (unadressiert) vs. Dialogpost: Das ist die wichtigere Frage
Die meisten konkreten Entscheidungen, die heute unter dem Stichwort „Infopost vs. Dialogpost" getroffen werden, betreffen gar nicht das alte vs. neue Produktnamen-Problem. Es geht um: unadressierte Haushaltswerbung vs. adressiertes Werbemailing.
Diese Entscheidung hat enorme Auswirkungen auf Zielgenauigkeit, Kosten und Response:
| Kriterium | Unadressiert (Postwurf) | Dialogpost (adressiert) |
|---|---|---|
| Empfänger | Alle Haushalte im Bezirk | Individuell selektierte Personen |
| Preis pro Stück | ab 0,16 EUR | ab 0,28 EUR |
| Response-Rate (Schnitt) | 0,3–0,8 % | 1,5–4,5 % |
| Adressdaten nötig | Nein | Ja, vollständig |
| DSGVO-Aufwand | Gering | Mittel (Einwilligung/berechtigtes Interesse) |
| Personalisierung | Nein | Ja, bis auf Einzelperson |
| Streuverlust | Hoch | Niedrig |
Die Faustregel: Unadressiert eignet sich für lokale Angebote mit breiter Zielgruppe (Supermarkt-Eröffnung, Stadtteilfest, Pizza-Lieferservice im Viertel). Adressierte Dialogpost rechnet sich, sobald Sie Kundendaten haben und eine messbare Zielgruppe ansprechen – von Versicherungsnehmern bis zu Spendern eines Vereins.
Welche Versandart passt zu welchem Mailing?
Ein paar typische Szenarien, die wir immer wieder in Gesprächen mit Marketingverantwortlichen sehen:
Szenario 1: Vereinsmailing an 2.000 Mitglieder
Sie verschicken eine Einladung zur Mitgliederversammlung mit personalisiertem Anschreiben. Die Adressen liegen im CRM.
Richtige Wahl: Dialogpost Standard. Porto ca. 560 EUR (2.000 × 0,28 EUR). Das Anschreiben darf vollständig personalisiert sein („Liebe Frau Schmidt"). Für die Mitgliederversammlung selbst gilt die Ausnahme des werblichen Charakters – hier empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Post oder dem Lettershop.
Szenario 2: Pizzeria-Eröffnung im Stadtteil
Sie wollen 5.000 Haushalte in Ihrem Zustellbezirk über die Neueröffnung informieren. Sie haben keine Kundendaten.
Richtige Wahl: Postwurfspezial (unadressierte Werbung). Porto ca. 800 EUR (5.000 × 0,16 EUR). Die Sortierung übernimmt der Zustellbezirk automatisch.
Szenario 3: Spenden-Mailing an 8.000 Bestandsspender
Sie wollen zur Weihnachtszeit ein Mailing an bestehende Spender verschicken – mit personalisiertem Anschreiben und einem Hinweis auf den Betrag der letzten Spende.
Richtige Wahl: Dialogpost mit Sachmerkmal-Bonus. Porto ca. 2.240 EUR – Dialogpost-Bonus 320 EUR – Selektionsrabatt 80 EUR = 1.840 EUR. Voraussetzung: Die Adressdaten sind aktuell, PLZ stimmen, Duplikate wurden entfernt.
Szenario 4: Katalog-Versand an Bestandskunden (12.000 Stück, 350 g)
Ein Möbelhändler versendet seinen Frühjahrskatalog an Bestandskunden.
Richtige Wahl: Dialogpost Groß. Porto 12.000 × 0,58 EUR = 6.960 EUR. Bei einem Standardbrief läge das Porto bei über 20.000 EUR – die Dialogpost spart hier mehr als 13.000 EUR pro Versand.
Wo die Unterschiede teuer werden: Adressqualität
Egal ob Infopost nach altem oder Dialogpost nach neuem Namen – bei adressierten Sendungen entscheidet die Adressqualität über Erfolg oder Misserfolg. Drei typische Probleme tauchen in fast jeder unbereinigten Liste auf:
-
Duplikate: Dieselbe Person ist mehrfach erfasst („Max Müller" und „M. Müller, Maximilian"). Jedes Duplikat kostet Porto, Druck und – noch teurer – Vertrauen, wenn der Empfänger das gleiche Mailing dreifach bekommt.
-
Veraltete Adressen: Umzüge werden im CRM oft nicht nachgetragen. Rückläufer kosten Porto, ohne dass der Empfänger je erreicht wurde.
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Unsaubere Formate: „Bergstr. 14a" vs. „Bergstraße 14a" bei denselben Personen, unterschiedliche PLZ-Schreibweisen, fehlende Hausnummern. Solche Fehler blockieren den Selektionsrabatt und führen im schlimmsten Fall zu Nachentgelten.
Eine saubere Adressliste vor der Auflage ist der größte Hebel, den Sie als Versender haben. Werkzeuge wie ListenFix entfernen Duplikate mit Fuzzy-Matching, erkennen Haushalte und normalisieren Adressen nach Deutsche-Post-Vorgaben – alles lokal und DSGVO-konform, ohne dass die Daten Ihr Haus verlassen. Ein Mailing mit 10.000 Sendungen und 5 % Dubletten-Quote verschwendet ohne Bereinigung 140 EUR reines Porto – mit Druckkosten steigt die Ersparnis schnell auf 300–500 EUR pro Kampagne.
Wer tiefer in die Porto-Optimierung einsteigen will, findet im Dialogpost-Guide 2026 alle aktuellen Tarife, Voraussetzungen und Sparhebel. Für die reine Kostenplanung lohnt ein Blick in die detaillierte Kostenrechnung der Dialogpost.
Fazit für die Praxis: So entscheiden Sie richtig
Wenn Sie heute zwischen „Infopost und Dialogpost" schwanken, klären Sie zuerst, was im Angebot konkret gemeint ist:
- Steht im Angebot „Infopost", meint der Dienstleister fast immer eines von zweien: die umbenannte Dialogpost (adressierte Werbung) oder die unadressierte Haushaltswerbung (Postwurfspezial). Fragen Sie nach.
- Haben Sie Kundendaten und wollen eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, ist Dialogpost die richtige Wahl.
- Haben Sie keine Adressen und wollen einen Zustellbezirk pauschal erreichen, ist unadressierte Werbung günstiger.
- Planen Sie mit Dialogpost, lohnt es sich, die Adressen vor dem Druck zu bereinigen und nach PLZ vorzusortieren. Bonus und Selektionsrabatt gleichen den Listenpreis teilweise sogar unter das Niveau der alten Infopost-Tarife aus.
Die Umbenennung von Infopost zu Dialogpost war mehr als eine Marketing-Entscheidung der Post. Sie hat die Mindestmengen gesenkt, Personalisierung vollständig freigegeben und neue Sparhebel eingeführt. Wer sich noch an den alten Tarifen orientiert, verschenkt mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld – und zwar nicht zu knapp.
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